02.09.2016

Der Sachkundenachweis für Makler und Verwalter soll zur Pflicht werden

Viele Jahre lang haben Politik und Verbände diskutiert und jetzt sollen Taten folgen: Immobilienmakler müssen künftig einen Sachkundenachweis erbringen. Hierfür muss eine entsprechende Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer absolviert werden. Neben Immobilienmaklern müssen auch WEG-Verwalter künftig eine entsprechende Überprüfung nachweisen können. Neben dem der Sachkunde wird zudem auch eine Berufshaftpflichtversicherung zur Pflicht.


Autonome Autos und der Immobilienmarkt

Das Bundeskabinett hat am 31.08.2016 die Einführung einer verpflichtenden Prüfung der Sachkunde für gewerbliche Immobilienverwalter und Immobilienmakler beschlossen. Der beschlossene Gesetzesentwurf stammt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und soll eine Professionalisierung der Branche bewirken. Die "Qualität der von Wohnungseigentumsverwaltern und Immobilienmaklern erbrachten Dienstleistungen" soll laut Pressemitteilung der Bundesregierung verbessert werden. Vor Inkrafttreten muss das neue Gesetz jedoch noch vom Bundestag beschlossen werden. Der entgültige Beschluss wird vermutlich noch bis Ende 2017 auf sich warten lassen.

 

Sonderregelung

 

Immobilienmakler und Verwalter, die über keinen entsprechenden Sachkundenachweis verfügen, müssen diesen innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des Gesetzes nachreichen. Nur wenn man als Betroffener nachweisen kann, dass man den Beruf bereits sechs Jahre ohne Unterbrechung ausgeübt hat, ist ein Nachweis nicht notwendig. Hier spricht man von der sogenannten "Alte-Hasen-Regelung".



Wie sehen wir die Entscheidung?

 

Wie auch der Großteil der Immobilienwelt sehen wir den Vorstoß außerordentlich positiv. Schon seit mehreren Jahren sind wir davon überzeugt, dass der schlechte Ruf und die schlechte Erfahrung, die viele Menschen mit Immobilienmaklern und auch Eigentumsverwaltern schon gemacht haben, auf mangelndes Fachwissen zurückzuführen sind. Ohne wirkliche Zugangsbeschränkungen und ohne die Überprüfung der Eignung kann sich das Niveau der Branche nicht verändern.

 

Ob ein Sachkundenachweis durch die sechsjährige Ausübung des Berufs jedoch automatisch erbracht ist, wagen wir zu bezweifeln. Dies scheint die "Alte-Hasen-Regelung" jedenfalls zu unterstellen. Sollte die Berufsausübung tatsächlich zum Erwerb des notwendigen Fachwissens geführt haben, wäre das Bestehen einer entsprechenden Prüfung vermutlich für alle betroffenen Makler und Verwalter eine zumutbare Aufgabe. Warum dann davon abgesehen wird, erschließt sich uns nicht.

 

Alles in allem begrüßen wir die Änderung dennoch als Schritt in die richtige Richtung.

 

 Benjamin Zühlke

 

Immobilienkaufmann (IHK), Immobilienmakler und

geschäftsführender Gesellschafter H&Z Immobilien