Das Bestellerprinzip


Nicht immer scheint eine riesige Medienaufmerksamkeit förderlich zu sein. Wir stellen vermehrt fest, dass viele Menschen im Hinblick auf das sogenannte Bestellerprinzip verunsichert sind.

 

Wissen sollte man folgendes:

 

Das Bestellerprinzip betrifft zunächst einmal ausschließlich den Bereich Vermietung und auch hier nur die Wohnraumvermietung. Gewerbemietverhältnisse und der Bereich Einkauf/Verkauf von Immobilien bleiben unberührt. Im Bereich Vermietung gilt nun eine einfache Regelung. Wer den Makler bestellt, zahlt den Makler. Gemeint ist hier natürlich die Provision für den Makler, auch Courtage genannt.

 

Wenn ich also als potentieller Mieter einen Makler kontaktiere, der für Vermieter XY eine Wohnung zur Vermietung anbietet, trägt der Vermieter die Provisionskosten, wenn ein Mietvertrag zustande kommt. Der Nachweis, dass der Vermieter den Makler "bestellt" hat, wenn ich die Anzeige auf einem der gängigen Portale findet, sollte also i.d.R. unproblematisch sein. Nicht umsonst sagen viele innerhalb der Branche nun, dass ein Objekt "verbrannt" ist, wenn der Makler es ersteinmal öffentlich angeboten hat.

 

Wann zahlt der Mieter die Provision?

 

Der Mieter bzw. Mietinteressent zahlt nur dann, wenn er den Makler eindeutig damit beauftragt, eine passende Wohnung zu suchen.

 

Wird also mit einem Makler einen Maklervertrag für die Suche abgeschlossen, fällt auch für den Mieter eine Provision an. Selbst wenn der Vermieter einen eigenen Makler beauftragt und auch bezahlt, schuldet der Mietinteressent als Auftraggeber seinem Makler bei Mietvertragsabschluss dennoch eine Provision (es sei denn, dies wurde nicht vereinbart).

 

Kann man sich als Vermieter die Provision vom Mieter zurückholen?

 

Nein. Egal wie, dies darf man als Vermieter nicht.

 

Leider führen weder Bestellerprinzip noch das späte Erwachen des Senats zu einer spürbaren Entlastung der Wohnraumsituation in Berlin und Umland. Viele Interessenten brauchen dringend und unbedingt eine Wohnung. Sie lassen sich daher auf Barzahlungen, Zusatzverträge oder Abstandszahlungen für augenscheinlich wertlose oder geringwertige Einrichtungsgegenstände ein.

 

Sowohl Vermieter als auch Mieter müssen sich hier genaustens überlegen, ob Sie auf derartige Absprachen eingehen sollten. Aus Vermietersicht ist eine Begründung für die Ablehnung derartiger Herangehensweisen schnell formuliert: Es schlicht und ergreifend illegal. Das wirtschaftliche Unterhalten einer Immobilie sollte zudem nicht auf betrügerischen Absprachen basieren, welche das Verhältnis zwischen Vermieter und Mieter vom ersten Tag an zerstören. Beide Seiten sollten selbst aus rein wirtschaftlichen Gründen ein Interesse daran haben, ein vernünftiges Miteinander zu unterhalten.

 

Mieter wiederum müssen bedenken, dass ein Vermieter, der solche Vereinbarungen anspricht oder gar verlangt, auch derjenige ist, der während der Mietzeit für Reparaturen und Probleme ihr Ansprechpartner ist.